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Lichttechnische Begriffe und Definitionen

 

Halbstreuwinkel oder Grenzstrahlungswinkel?

Laut DIN-Norm (DIN 5040-4:1999-04 und DIN EN 12464-1:2011-08) sind allein der Halbstreuwinkel und der Abschirmwinkel eindeutig definiert.

Der Halbstreuwinkel ist der am häufigsten verwendete Strahlungswinkel, der auch meist von Leuchtenherstellern angegeben wird. Er bezeichnet den gesamten Winkel in einer Schnittebene, bei dem die Lichtstärke I auf 50% ihres Maximalwertes absinkt (Bild 1). Er wird häufig auch als Ausstrahlungswinkel, Halbwertswinkel oder Öffnungswinkel bezeichnet.

Der Halbstreuwinkel beschreibt also den messtechnisch relevanten Bereich der Strahlung und definiert somit eine abstrakte Grenze, die vom menschlichen Auge nicht wahrnehmbar ist. Außerhalb des Halbstreuwinkels, im Bereich der Lampenstrahlung und des Streulichts nimmt die Strahlungsintensität weiter ab. Trotzdem sollten die Auswirkungen des Streulichts nicht unterschätzt werden, denn es kann auf nahegelegenen Flächen immer noch sehr hohe Leuchtdichten erzeugen, die die Wirkung des Raumes möglicherweise beeinträchtigen. Nicht zuletzt trägt es auch zur Blendung bei, da für Betrachter innerhalb dieses Strahlungsbereichs die Lichtquelle sichtbar ist.

Eine andere Definition eines Strahlungswinkels ist die Betrachtung des Grenzstrahlungswinkels, der die gestalterischen Aspekte der Planung mehr berücksichtigt (Bild 2). Er definiert die gesamten Strahlungsanteile in einer Achsrichtung. Obwohl hier auch messtechnisch untergeordnete Lichtanteile mit einbezogen werden, entspricht diese Betrachtung der Wahrnehmung des menschlichen Auges und ist somit gestalterisch von größter Bedeutung.

Der Gegenwinkel zum Grenzstrahlungswinkel ist der Abschirmwinkel, also derjenige Winkel, ab dem die leuchtenden Teile der Lampe(n) nicht mehr sichtbar sind.

Unter Berücksichtigung des Grenzstrahlungs- und Abschirmwinkels bei der Planung, kann das Licht bewusst gelenkt werden, um den gewünschten Raumeindruck zu erhalten, eine Blendung weitestgehend zu vermeiden und somit die Voraussetzung für menschliches Wohlbefinden zu schaffen. Denn Lichtplanung ist auch Schattenplanung.